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Plötzlicher Sinneswandel beim SV Hörzhausen

Meldung vom 15.02.21

Dominik Bichler wird in der Saison 2021/22 neuer Spielertrainer

Hörzhausen - Die Dinge beim SV Hörzhausen schienen schon längst geregelt zu sein: Nach dem Abgang von Alexander Gadzag im Winter zum TSV Kühbach übernahm nun Ferdinand Hofmann den Posten des Spielertrainers - und der Verein sowie der Ex-Mühlrieder hatten sich auch bereits über eine Ausdehnung ihrer Zusammenarbeit bis zum Saisonende 2021/22 geeinigt.

Bloß zu Letzterer kommt es jetzt doch nicht. Stattdessen präsentierte der SVH den Noch-Schiltberger Dominik Bichler als seinen neuen verantwortlichen Coach ab dem Sommer. Als dessen Assistent soll, so zumindest der aktuelle Stand, Routinier Georg Elbl fungieren.

Keine Frage, als Außenstehender muss man den Hörzhausener Sinneswandel auf den ersten Blick nicht wirklich verstehen - denn Hofmann hatte sich bislang beim derzeitigen Tabellenneunten der A-Klasse Aichach nichts zuschulden kommen lassen. Im Gegenteil: Schon seit dem vergangenen Jahr kickte er fleißig beim SVH mit - und versuchte bei seinem Vorgänger Gazdag so viel wie möglich zu lernen. "Nein, in Sachen Engagement können wir dem Ferdi wahrlich nichts vorwerfen", bestätigt dann auch Andreas Grepmair.

Jener 29-Jährige übernahm vor rund vier Monaten die Fußball-Abteilungsführung bei den Hörzhausenern, trat also die Nachfolge von Richard Fischer an. "Und in dieser Funktion muss ich eben schauen, was das Beste für den SVH ist", erklärt er: "Auch wenn das auf dem ersten Blick nicht immer angenehm ist". Womit wir eben beim völlig überraschenden Aus von Hofmann im Sommer 2021 wären - beziehungsweise vom völlig unerwarteten Abstandnehmen des Vereins von einer bereits fest getroffenen Vereinbarung mit dem 33-Jährigen. "Wir sind nun einfach der festen Überzeugung, dass uns das ,Gesamtpaket Bichler' in der kommenden Saison weiter hilft, als dies der Ferdi wohl tun würde. Deshalb kam nun eben der Entschluss zustande", so Grepmair.

Dass ihm das für Hofmann "total leid" tue, der 29-Jährige betont es immer wieder: "Ferdi ist ein absoluter Pfundskerl. Ihn von unserer Entscheidung gegen ihn zu unterrichten, war wohl eines der schwierigsten Gespräche überhaupt, die ich jemals führen musste. Und ja, ich kann ihn auch hundertprozentig verstehen, wenn er aktuell stinksauer auf uns ist. "

Bloß was hat Bichler, was Hofmann nicht hat? "Dominik war bereits vor ein paar Jahren unser Wunschkandidat für die Gazdag-Nachfolge gewesen - aber damals hatte er sich noch für einen Verbleib in Schiltberg entschieden", berichtet Grepmair. Trotzdem hätten sie in Hörzhausen nie aufgehört, den Werdegang des 26-jährigen Unterbernbachers zu verfolgen, der in seiner Nachwuchszeit ja bereits einige Saisons lang für den SVH gekickt hatte. "Er war also quasi schon mal einer von uns", so der Neu-Abteilungsleiter: "Zudem hat er sich inzwischen in Schiltberg sowie zuvor beim TSV Inchenhofen zu einem bärenstarken Kicker entwickelt. Wir wären doch dumm gewesen, wenn wir uns nun nicht um ihn bemüht hätten, nachdem er plötzlich wieder auf dem Trainermarkt war. "

Bichler war es vor wenigen Tagen ja ähnlich ergangen wie jetzt Hofmann: Eigentlich hatte er (ebenso wie sein Spielertrainerkollege Roman Redl) bereits eine Vereinbarung mit dem TSV Schiltberg getroffen, auch in der Saison 2021/22 in Amt und Würden bleiben zu dürfen - bis der Verein auf einmal die Brüder Kevin sowie Robin Streit aus der Bezirksliga Oberbayern Nord verpflichtete und von den vorherigen Absprachen Abstand nahm.

Also: Bichler stand für die kommende Saison plötzlich ohne Klub da. "Und als wir davon hörten, haben wir eben sofort mit ihm Kontakt aufgenommen", berichtet Grepmair. Aber nicht nur das. Beide Seiten wurden sich sogar ausgesprochen schnell einig - zur großen Freude des SVH. Sowie zum Pech von Hofmann.

"Ich kann es nur immer wieder betonen: Wir sind zu 100 Prozent sicher, dass wir nun die richtige Entscheidung getroffen haben - so bitter das für den Ferdi ist", so der Hörzhausener Abteilungsleiter. Dass sich er und sein Verein so ganz nebenbei erhoffen, dass Bichler auch den einen oder anderen Akteur zusätzlich anlockt - Grepmair möchte es nicht explizit dementieren ("Schaun mehr mal, was in nächster Zeit vielleicht noch passiert"). Und siehe da, der erste Neuzugang neben den Neu-Spielertrainer ist in der Tat schon in trockenen Tüchern: Julian Bichler heißt er, ist der Bruder von Dominik - und steht momentan noch für den Kreisklassisten TSV Inchenhofen zwischen den Pfo-sten. Keine Frage, der 21-Jährige wird dem SVH extrem gut tun, schließlich besitzen die Hörzhausener schon seit einiger Zeit ein handfestes Problem auf der Torwartposition.

Das scheint nun also ab dem Sommer gelöst zu sein. Aber nicht nur deswegen blickt Grepmair mehr denn je sehr zuversichtlich in die Zukunft. "Ich hoffe schon, dass wir in der kommenden A-Klassensaison mit oben im Klassement mitspielen werden", erklärt der 29-Jährige.

Quelle: Roland Kaufmann, in: Schrobenhausener Zeitung vom 15.02.2021; Foto: W. Baudrexl

Ein Paar Fußballschuhe bleibt für alle Fälle da

Meldung vom 02.11.20

Nach über fünf Jahren beim SV Hörzhausen: letzte Einheit von Alexander Gazdag als Spielertrainer des A-Klassisten

Hörzhausen - Eigentlich hätte es nicht mehr sein müssen, denn Pflichtpartien stehen in diesem Kalenderjahr nicht mehr für sie auf dem Programm.
Und trotzdem ging auf dem Hörzhausener Fußballplatz am Donnerstagabend nochmals das Flutlicht an - weil die SVH-Kicker einfach Lust auf einen schönen Abschluss hatten. Beziehungsweise auf eine allerletzte Einheit gemeinsam mit Alexander Gazdag, der seit dem Sommer 2015 als ihr Spielertrainer gewirkt hatte. Keine Frage, eine lange Zeit - in der man sich bestens kennenlernte, in der man enge Freundschaften schloss. Aber der 32-Jährige möchte nun eben in sportlicher Hinsicht den nächsten Schritt gehen, deshalb wird er nach der Winterpause als Chefcoach beim Kreisklassisten TSV Kühbach fungieren. Zweifellos ein nachvollziehbarer Schritt. Aber aus Sicht der Hörzhausener eben auch ein trauriger.

Also kam in der letzten Einheit mit ihrem Alex eine Menge Wehmut auf. Wobei die SVH-Kicker vor allem eines in seine Richtung ausdrücken wollten - nämlich Dankbarkeit. Riesengroße Dankbarkeit für die Jahre miteinander. Gazdags Arbeitsnachweis beim SVH: 121 Punktspiele als verantwortlicher Trainer, dabei 190 gewonnene Zähler, was einen Schnitt von 1,57 pro Match ergibt. "Das kann man ganz gut so stehen lassen", so der 32-Jährige mit einem zufriedenen Lächeln. Zudem gelangen ihm 53 Treffer in den 110 Spielen, in denen er selbst auf dem Platz stand. "Tja, das hört sich ebenfalls nicht schlecht an", meint Gazdag dazu: "Zumal ich ja überhaupt kein gelernter Stürmer bin, sondern eher im Mittelfeld agiere. "

Wie kam's, dass er einst nach Hörzhausen wechselte? "Die Frage ist berechtigt, denn eigentlich hatte ich dieses Dorf zuvor überhaupt nicht gekannt", gibt Gazdag lächelnd zu. Aber weil sein Schwiegervater aus Gachenbach schon damals den SVH-Abteilungsboss Richard Fischer als "guten Spezl" hatte und diesem oftmals von Alexanders fußballerischen Fähigkeiten bei dessen Heimatklub TSV Arnbach (Gemeinde Schwabhausen, Landkreis Dachau) in der Kreisliga München I erzählte, kam 2015 doch ein Kontakt zustande. Man beschnupperte sich, man lernte sich kennen - bis Gazdag Ja bei den Rotweißen sagte.

Dass es in all den Jahren danach beim SVH mit dem ganz großen Coup - also den Sprung hoch in die Kreisklasse - nicht klappte: Der 32-Jährige wirkt nicht traurig darüber. "Wir hatten ja trotzdem viel Erfolg miteinander", so seine Meinung. In der Tat: Zweimal landeten die Hörzhausener mit ihm auf Rang drei in der A-Klasse, einmal langte es zu Platz vier in der Abschlusstabelle - und dass der SVH zudem einmal Zweiter beziehungsweise einmal Dritter bei der inoffiziellen Altlandkreismeisterschaft in der Schrobenhausener Dreifachsporthalle wurde, verbucht Gazdag ebenfalls als "unvergessliche Erlebnisse" für ihn selbst sowie den gesamten Klub.

Hätte er es 2015 für möglich gehalten, über fünf Jahre bei den Hörzhausenern zu arbeiten? Achselzucken bei ihm: "Diesen Gedanken machte ich mir damals einfach nicht. Ich wollte so lange hier bleiben, so lange es mir Spaß macht - und mir hat es hier immer Spaß gemacht. " Das Ganze führte sogar so weit, dass Gazdag mittlerweile zu einem stolzen Bürger des Altlandkreises Schrobenhausen wurde. "Ja, seit rund eineinhalb Jahren wohne ich jetzt in Gachenbach", erzählt er mit einem zustimmenden Nicken: "Ich bin in dieser Gegend komplett angekommen, ich bin hier heimisch geworden. "

Nicht einmal sieben Kilometer sind es von seinem Haus bis zum SVH-Vereinsheim. Bis zum Gelände seines neuen Klubs, dem TSV Kühbach, wird der einstige Arnbacher gar nur fünf Kilometer fahren müssen. Aber nicht nur deswegen freut er sich riesig auf seine zukünftige Aufgabe: "Der TSV ist ein gestandener Verein mit einer gigantischen Anlage. Zudem besitzt er personell ein hohes Potenzial, in seinem Kader befindet sich eine Vielzahl an jungen Akteuren - das muss das Herz eines jeden Trainers doch höher schlagen lassen. "

Dass die Kühbacher aktuell nur an zehnter Stelle in der Kreisklasse Aichach liegen, dass in der Restsaison 2019/21 also keine Wunderdinge mehr mit ihnen möglich sein werden - gerade das ist für Gazdag ein Grund, schon jetzt zum TSV zu wechseln: "Dadurch haben wir nach der Winterpause bis zur Sommerpause viel Zeit, uns ohne großen Druck kennenzulernen. Die Mannschaft muss sich ja erst an meine Fußballphilosophie gewöhnen, ebenso wie ich mich an ihre - und anschließend können wir mit viel Schwung gemeinsam in die Saison 2021/22 starten. "

Was der 32-Jährige konkret mit den Kühbachern vorhat? "Ganz einfach das Bestmögliche", antwortet der Spielertrainer mit einem breiten Grinsen ins Gesicht - ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen. Nur so viel: "Ich habe in den vergangenen Jahren immer davon geträumt, mal mit den Hörzhausenern aufzusteigen - und ab sofort werde ich eben davon träumen, es mit den Kühbachern zu tun. " Allerdings sei er nicht der Typ, der mit viel Geld zu großen Erfolgen kommen möchte. "Wenn, dann nur mit Spielern aus dem eigenen Ort, aus der eigenen Gemeinde"sagt Gazdag klipp und klar: "Und wenn das nicht sofort gehen sollte, wäre das eben so. Dann bauen wir eben langfristig etwas Gutes auf. "

Sein Motto als Trainer? Der einstige Arnbacher überlegt nicht lange: "Ich will jeden einzelnen Spieler von mir ein Stückchen besser machen - auch wenn das ein bisschen kitschig klingt. Und wenn mir das gelingt, kommt der Erfolg von ganz allein. "

So wie eben beim SVH, aus dem er in all den Jahren einen gestandenen A-Klassen-Verein gemacht hat. Einen, bei denen zudem Werte wie Kameradschaft und Zusammenhalt eine Menge zählen. Womit wir wieder bei Gazdags letzter Einheit als verantwortlicher Hörzhausener Trainer wären: Alle anwesenden Kicker ließen es sich dabei nicht nehmen, eigens angefertigte T-Shirts ("Oa Familie"; "DANKE! ") zu Ehren ihres scheidenden Coaches zu tragen. "Eine Super-Aktion", so dessen begeisterter Kommentar hierzu. Ja, der 32-Jährige wirkte an jenem Abend durchaus gerührt. Dass er in der Mannschaftskabine zudem zwei seiner Fußballschuhe an den berühmten Nagel hängen durfte ("Die bleiben jetzt auch dort"), machte den besonderen Abend sogar noch außergewöhnlicher.

Und wer weiß, eventuell benötigt Gazdag die dagelassenen Adidas-Treter ja irgendwann wieder - falls es zu einer Rückkehr zum SVH kommen sollte? "Schaun mer mal, was meine Muskeln und Knochen in den nächsten Jahren machen", sagt der Bald-Kühbacher dazu kurz. Aber er irgendwann völlig ohne Fußball? Es wirkt unvorstellbar. So ist Gazdag zwar froh, dass aufgrund der hohen Corona-Fallzahlen nun ein kompletter Schlussstrich unter das Fußballjahr 2020 gezogen wurde - "und ja, auch mir selbst tut es gut, ein bisschen durchzuschnaufen" - aber so wirklich viele Hobbys außer dem Kicken habe er nach genauerem Nachdenken in der Tat nicht, wie er lächelnd zugibt. Die Folge: Es dürfte für ihn schon bald wieder rausgehen, um sich durch Läufe fitzuhalten. "Die Feldwege und Straßen rund um Gachenbach kenne ich übrigens schon jetzt", verrät der er mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Quelle: Roland Kaufmann, in: Schrobenhausener Zeitung vom 02.11.2020; Foto: SVH

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